Olaf Demuth ist neuer Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie

Olaf Demuth ist am 7. Mai auf der Mitgliederversammlung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) in Berlin zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der 63-jährige Hamburger Diplom-Ingenieur und Vorstand der Zech Group SE in Bremen repräsentiert in seiner neuen Funktion eine der zentralen Wirtschaftsbranchen Deutschlands. Der HDB ist als Zusammenschluss der bauindustriellen Landesverbände die Spitzenorganisation der Bauindustrie in Deutschland. Er vertritt als Wirtschafts-, Technik- und Arbeitgeberverband die Betriebe des Bauhauptgewerbes, die im vergangenen Jahr mit 923.000 Beschäftigten einen Umsatz in Höhe von 172 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Gleich am ersten Tag seiner Präsidentschaft traf Olaf Demuth beim „Tag der Bauindustrie“ auf Vizekanzler Lars Klingbeil, Bundesbauministerin Verena Hubertz, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie auf Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung. Außerdem stellte er sich den vielen teilnehmenden Verbänden und Unternehmen aus ganz Deutschland vor. Fotos und ein Video vom „Tag der Bauindustrie“ finden Sie hier.

Olaf Demuth: „Sehr dankbar bin ich für das Vertrauen, dass ich als Hamburger aus einem Bremer Unternehmen die deutsche Bauindustrie in dieser neuen Rolle voranbringen darf. Respekt habe ich vor der Aufgabe, aber auch große Freude auf das, was jetzt kommt. In den kommenden Jahren will ich mich auf Bundesebene dafür einsetzen, die sehr fragmentierte Branche enger zusammen zu führen und das Thema des mittelständischen Unternehmertums stärken. Die großen gesellschaftlichen Aufgaben wuppen wir nur gemeinsam – im Schulterschluss von großen Konzernen bis hin zu den kleineren Unternehmen. Meine feste Überzeugung: Fortschritt gelingt nur mit einer Industriepolitik, die die gesamte Breite der Branche im Blick hat und alle Akteure einbindet.“

Studium an der Fachhochschule Hamburg und Karriere bei STRABAG, Züblin und Zech

Seit 2017 verantwortet Olaf Demuth als Vorstandsmitglied der Zech Group SE die Führung des Geschäftsbereichs Building, zu der die Sparten Bau, Ingenieurbau, International & Consulting, Technik, Systeme und Umwelt gehören. Unmittelbar nach Abschluss seines Bauingenieur-Studiums an der Fachhochschule Hamburg trat Herr Demuth im Jahr 1988 in die Hamburger Niederlassung der STRABAG Hoch- und Ingenieurbau AG ein. Er trug mit verschiedenen Führungspositionen in Hamburg und Berlin – stets mit steigender Verantwortung – zum Unternehmenserfolg bei. Seit dem im Jahr 2006 erfolgten Erwerb der STRABAG Hoch- und Ingenieurbau-Aktivitäten durch die Ed. Züblin AG hatte er die technische Leitung der Direktion Nord in Hamburg inne. Im März 2013 wurde Herr Demuth zum weiteren Mitglied des Vorstands der Ed. Züblin AG ernannt.

Langjähriges Engagement im Bauindustrieverband

Ehrenamtlich engagiert sich Olaf Demuth schon seit 19 Jahren als Vorstand des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein, seit 10 Jahren als dessen Vorsitzender. Dem Präsidium des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie gehört er seit 2018 an.

Manja Biel, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein: „Wir gratulieren Herrn Demuth sehr herzlich zur Wahl und freuen uns, dass er dieses besondere und derzeit sehr herausfordernde Ehrenamt übernimmt. Für unseren Landesverband ist es ein starkes Signal, einen Hamburger an der Spitze des Hauptverbandes zu wissen. Zugleich sehen wir seinen Abschied als unseren langjährigen Vorsitzenden mit einem lachenden wie einem weinenden Auge. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.“

 

Erfolgreicher erster Ausbildertag im Ausbildungszentrum Ahrensbök

Am 7. Mai konnte das Ausbildungszentrum Ahrensbök rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ersten Ausbildertag begrüßen. Ziel der Veranstaltung war es, den Ausbildungsbetrieben einen praxisnahen Einblick in die überbetriebliche Ausbildung zu geben und zu zeigen, wie moderne Ausbildung im Bauwesen heute aussieht.

Am Vormittag erlebten die Besucherinnen und Besucher an verschiedenen Stationen, welche Inhalte und Techniken den Auszubildenden im Ausbildungszentrum vermittelt werden. Unter dem Motto „Straßenbau 4.0“ wurden moderne industrielle Prozesse für die Infrastruktur von morgen vorgestellt. Außerdem erhielten die Gäste spannende Einblicke in den Rohrleitungs- und Kanalbau sowie in die vielseitigen Inhalte der Bauunterstufe.

Darüber hinaus bestand die Möglichkeit, einen Einblick in das Internat des Ausbildungszentrums zu erhalten: Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich vor Ort über die Unterbringung und Betreuung der Auszubildenden informieren und das Internat näher kennenlernen.

Besonders großes Interesse weckte die Vorführung der Pflasterverlegemaschine der Firma Optimas. Die moderne Technik zeigte eindrucksvoll, wie Digitalisierung und innovative Maschinen den Baustellenalltag verändern und die Arbeit effizienter gestalten. Auch die anschließende Pflaster-Challenge sorgte für Begeisterung und eine ausgelassene Stimmung bei allen Beteiligten.

Als Gewinner der Challenge wurden ausgezeichnet (siehe Foto, v.l.n.r.):

  • Lando Staack von der Firma Baltic Bau GmbH & Co. KG aus Kiel
  • Justin Klemm von der Firma Erich Greve GmbH & Co. KG aus Twedt
  • Finn Löhndorf von der Firma K + F Tiefbau eGbR aus Stolpe
  • Noah Joel Fischer von der Firma H. Uhl Straßen- u. Tiefbau GmbH aus Elmshorn

Im Anschluss an die Pflaster-Challenge konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem gemeinsamen Mittagessen stärken, das zusätzlich Gelegenheit für viele gute Gespräche und einen lockeren Austausch bot.

Neben den praktischen Vorführungen standen am Nachmittag auch aktuelle Entwicklungen in der Ausbildung im Mittelpunkt. Vertreter der IHK, der Emil-Possehl-Schule (Berufliche Schule der Hansestadt Lübeck) sowie des Berufsbildungszentrums in Rendsburg informierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kurzen Vorträgen über die neue Ausbildungsordnung im Baugewerbe, die ab August 2026 in Kraft tritt. Thematisiert wurden unter anderem die Modernisierung der Ausbildungsinhalte, neue Prüfungsstrukturen sowie die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und moderner Lernmethoden in der Bauausbildung. Darüber hinaus erhielten die Ausbildungsbetriebe Einblicke in schulische Abläufe, die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen sowie die zukünftige Gestaltung der Bauunterstufe und Fachstufen.

Die Stimmung während des gesamten Tages war offen, interessiert und durchweg positiv. Sowohl die Ausbildungsbetriebe als auch die Auszubildenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und das Ausbildungszentrum besser kennenzulernen. Der Ausbildertag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig moderne Ausbildungsangebote und eine enge Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieben, Schulen und Ausbildungszentren für die Fachkräftesicherung im Bauwesen sind. Ein großer Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Mitarbeitenden des Ausbildungszentrums Ahrensbök, die mit ihrem großartigen Einsatz zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Sanierte Weströhre des Sankt Pauli Elbtunnels feierlich eröffnet

Seit dem 4. Mai sind beide Röhren des Sankt Pauli Elbtunnels („Alter Elbtunnel“) an den Hamburger Landungsbrücken wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach insgesamt 15 Jahren Bauzeit ist das beliebte rund 425 Meter lange Wahrzeichen rechtzeitig zum Hafengeburtstag vollständig denkmalgerecht saniert worden. Als Abschluss wurde die westliche Tunnelröhre – die unsere Mitgliedsunternehmen HC Hagemann GmbH & Co. KG und Ed. Züblin AG gemeinsam in einer Arbeitsgemeinschaft für den Auftraggeber Hamburg Port Authority (HPA) saniert haben – nach rund sechs Jahren Bauzeit von Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard, Kultursenator Dr. Carsten Brosda sowie HPA-CEO Jens Meier offiziell in Betrieb genommen. Ein besonderes Highlight: Begleitet wurde der Festakt von einer Beatles-Coverband. Der NDR berichtete so über die Eröffnung: www.ndr.de/nachrichten/hamburg/alter-elbtunnel-in-hamburg-westroehre-oeffnet-wieder,alterelbtunnel-100.html

Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Sanierung des Sankt Pauli Elbtunnels war aufgrund des Alters und der Komplexität des Bauwerks eine echte bautechnische Herausforderung, die sehr gut gelungen ist. Der Tunnel steht nun auch für kommende Generationen zur Verfügung. Er gehört zum historischen Erbe Hamburgs und ist zugleich eine wichtige Verkehrsverbindung, die modernisiert nun noch leistungsfähiger ist. Ich möchte mich bei allen Beteiligten und für ihr außerordentliches Engagement bedanken.“

Christian Weber, Geschäftsführer der HC Hagemann GmbH & Co. KG: „Wir sind gemeinsam mit der Firma Züblin stolz darauf, Teil dieses besonderen Projekts gewesen zu sein.“

Im Zuge der Sanierung wurde die Tunnelröhre bis auf die Stahltübbinge freigelegt und nach teilweisem Austausch der Nieten und Neuerstellung der Bleifugen zwischen den Tübbingen wurde die Stahlbetonschale neu erstellt. Diese ist, um genügend Ballast gegen den Auftrieb zu erhalten, als Schwerlastbeton hergestellt. Die Fliesen wurden in einem aufwendigen Fertigungsprozess originalgetreu neu hergestellt und unter Aufsicht der Denkmalpflege wieder auf der Stahlbetonhülle verlegt. Die restaurierten Fischreliefs sind an den alten Standort wieder in den Fliesenbereich eingesetzt worden. Die Granitbordsteine sind die Originalbordsteine, die ebenfalls an ihrem Ursprungsort eingebaut wurden.

Die Weströhre wurde – wie bereits in der Oströhre mit der modernsten Technik von Rauchmeldern, über Lautsprecher bis zu einem automatischen Zählsystem ausgestattet. Künftig wird die Oströhre als Teil der Radroute 4 für den unmotorisierten Individualverkehr sowie Fußgänger schwerpunktmäßig als Verkehrsweg genutzt werden, während die Weströhre für Fußgänger und die touristische Nutzung zur Verfügung steht.


Der Alte Elbtunnel wurde zwischen 1907 und 1911 von 4.400 Arbeitskräften erbaut und zählt heute zu den prägenden Denkmälern Hamburgs. Vor 120 Jahren hatte die Bürgerschaft dem Bau eines Tunnels unter der Elbe zugestimmt, weil die Zahl der Menschen, die täglich von ihren Wohnstätten aufbrachen, um die Norderelbe mit Fähren, Barkassen und Ewern zu queren und zu ihren Arbeitsplätzen im Hafen zu gelangen, immer weiter wuchs. Ein Tunnel unter einem breiten Gewässer wie der Elbe hindurch, noch dazu mit Lastenaufzügen in den Schachtgebäuden, die eine lange Rampe in der eng bebauten Stadt verzichtbar machten, war zur Zeit der Erbauung Anfang des 20. Jahrhunderts eine technische Meisterleistung und fand international Beachtung. Heute gehört der Alte Elbtunnel zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt.

Die Sanierung des Tunnels läuft bereits seit den 1990er Jahren. Zunächst wurde das Betriebsgebäude erneuert. Im Anschluss wurden in zwei weiteren Projektabschnitten zunächst das Schachtgebäude auf der Steinwerder-Seite und der St. Pauli-Seite grundlegend instandgesetzt. 2010 begann die Entkernung der Oströhre. Nach der Sanierung des oberen Tunnelbereichs folgten der Einbau der Gehwegfertigteile, Fliesen- und Putzarbeiten sowie die Herstellung des Fahrbahnbelags. Dann stand die Ausrüstung mit modernster Technik im Mittelpunkt – vom Rauchmelder über Lautsprecher bis zum automatischen Zählsystem. Abschließend wurden in enger Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz die Wandfliesen und die Beleuchtung nach historischem Vorbild erneuert.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung der Röhren, die Schachtbauwerke sowie die zwei neuen Treppenanlagen auf ca. 130 Millionen Euro. Die Sanierung der Weströhre wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit ca. 21,3 Millionen Euro durch den Bund gefördert.

Fotos: Jan Sieg

#BauenmitLeidenschaft: „Gefühlt ohne Schlaf, voller Action“ – Interview mit Anna Schildhauer

Anna Schildhauer (28) arbeitet seit Februar 2025 für die Hamburger Niederlassung der LEONHARD WEISS GmbH & Co. KG als Bauleiterin im Konstruktiven Ingenieurbau. Ihr Projekt: Der Bau der 135 Meter langen Fußgänger- und Radwegbrücke vom östlichsten Punkt der HafenCity über den Oberhafenkanal zum Elbpark Entenwerder im Stadtteil Rothenburgsort. Höhepunkt des bald vollendeten Werks war der Einhub des zentralen Brückenteils per Schwimmkran am 4. September vergangenes Jahr. So berichtete der NDR darüber: www.ndr.de/nachrichten/hamburg/neue-fuss-und-radwegbruecke-in-entenwerder-eingehoben,entenwerder-104.html. Wir treffen die in Hohn bei Rendsburg aufgewachsene Bauingenieurin im Baucontainer – nur einen Steinwurf vom Elbtower und der S-Bahn-Station Elbbrücken entfernt.

Frau Schildhauer, wie war Ihr Weg zu diesem Job hier, ganz in der Nähe von Hamburgs bekanntester Baustelle?

Während meines Studiums an der Hochschule Wismar zur Bauingenieurin habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Baudynamik gearbeitet und da schon eine Vorliebe zum Brückenbau entwickelt. Später im Studium habe ich in der Tragwerksplanung im Ingenieurbau gearbeitet und mich dann nach der Masterarbeit entschieden, zunächst den Fokus auf die Umsetzung von Brückenbauwerken zu legen. Vor dem Studium hatte ich eine Ausbildung in Büdelsdorf zur Industriekauffrau gemacht und da gemerkt, dass die Organisation mir sehr viel Spaß bereitet – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Menschen und der Erfolg, gemeinsam als Team etwas zu schaffen. Und ja, dann habe ich gemerkt, dass der Brückenbau wirklich ein sehr, sehr spannender Bereich ist. Ich bin dann in die Bauleitung gegangen – mit dem Hintergedanken, auf Grundlage von den Plänen erstmalig eine Brücke wirklich umzusetzen. So habe ich mich entschieden, die Aufgabe anzunehmen, eine Baustelle zu leiten.

Warum hat Sie das Projekt hier am markanten Einfahrtspunkt zur Hamburger Innenstadt so gereizt?

Dieses Projekt von LEONHARD WEISS fand ich deswegen so spannend, weil ich schon im Studium im Bereich Schwingung geforscht und wir an der Hochschule Wismar unter anderem auch ein Patent für einen Schwingungstilger für horizontal schwingende Bauwerke angemeldet haben. Als mir dann vorgestellt wurde, dass bei diesem Brückenbauwerk aufgrund der schlanken und damit materialsparenden Bauweise auch Schwingungstilger verbaut werden, war mir klar, dass ich hier anfangen möchte.

War es schon länger Ihr Ziel, Bauleiterin zu werden?

Mein Traumberuf war lange Zeit, Architektin zu werden. Nach der Ausbildung zur Industriekauffrau habe ich noch einige Monate in der Logistik gearbeitet, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Dabei habe ich gemerkt, dass die Zusammenarbeit mit Menschen und draußen den Fortschritt zu sehen, etwas geschafft zu haben, wirklich Riesenspaß bringt. Nach dem Studium habe ich dann beschlossen, dass ich in die Bauleitung gehe, um die Herausforderungen der Architekten anzunehmen und diese umzusetzen.

Wie sind Sie mit der anspruchsvollen Aufgabe umgegangen, in die Sie ja – quasi im kalten Wasser schwimmend – plötzlich vor sich hatten?

Von Bauherrnseite ist hier schon ein sehr geballtes Aufgebot, das hier auf der Baustelle beteiligt ist. Ich habe gleich von Anfang an meine Position deutlich gemacht: Ich möchte etwas Großes bewegen und schaffen. Auch habe ich klar kommuniziert, dass nicht nur die Baufirma allein das hier baut, sondern dass das ein Zusammenspiel von Bauherr und Bauunternehmen ist. Ich habe ganz viel lernen dürfen von meinen Kollegen – und so bin ich jeden Tag ein Stück weitergewachsen. Es gab natürlich jeden Tag neue Herausforderungen, die zu meistern waren oder weiterhin zu meistern sind. Dennoch habe ich mich jeden Tag weiterhin bestärkt gefühlt, als Bauleiterin zu arbeiten und ein bisschen besser zu werden.

Wie haben Sie die Tage des Einhubs der Brückensegmente in Erinnerung?

Das war auf jeden Fall eine Zeit voller Adrenalin. Gefühlt ohne Schlaf, voller Action. Es ging darum, die ganze Zeit alle Herausforderungen im Blick zu haben. Insbesondere die Fahrten mit dem Schwimmkran über die Norderelbe unter einer Stromtrasse hindurch, dann die wechselnden Wasserstände durch die Gezeiten, die wir immer auszugleichen hatten. Und als dann der Brückenschlag kurz bevorstand, war die Vorfreude groß, jetzt heute über die Brücke endlich gehen zu können und allen zu zeigen, dass die Vorarbeit sich ausgezahlt hat und die Brücke zum Ende des Tages dann auch schon begehbar ist.

Rückblickend kann ich auf jeden Fall sagen, wenn ich an diese erste Septemberwoche 2025 denke und wir an vier Tagen die drei mittleren Brückensegmente eingehoben haben, dass dieser Schwimmkran-Einsatz mit viel Vorbereitung verbunden war. Auf die Teamarbeit kam es an, um wirklich alle mit ins Boot zu holen, alle mitzunehmen. Der bürokratische Part war ehrlicherweise sehr aufwendig. Am Ende hat sich die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten ausgezahlt – und es hat alles reibungslos funktioniert. Wir können alle, insbesondere als Team, stolz sein, dass wir das geschafft haben. Ich schaue immer mit wirklich großem Stolz und positiven Erlebnissen auf die Zeit zurück.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?

Die Vielseitigkeit. Jeden Tag neue Herausforderungen. Kein Tag ist wie der andere. Und jeden Tag kann man noch so gut alles durchgeplant haben und bedacht haben: Es passiert immer wieder etwas, worauf man sich neu einstellen muss. Das ist das, was es jeden Tag so spannend macht. Und zu wissen, dass man als Team funktioniert: Das ist schon ein großer Punkt, der mir echt viel Spaß bringt. Mir wurde auch beigebracht: Keine Entscheidung zu treffen, ist prinzipiell die falsche Entscheidung. Wenn es dann doch mal nicht so klappt wie erwartet, steht man immer als Team zusammen und organisiert dann schnellstmöglich wieder einen anderen Weg.

Mit wie vielen Menschen arbeiten Sie hier zusammen? Wie wurden Sie als Bauleiterin aufgenommen?

Wir sind mit sechs Personen im Projekt. Vom Polier über die fleißigen Hände draußen bis hin zur Arbeitsvorbereitung und Abrechnung. Zu Hoch-Zeiten waren wir noch mehr. Da haben wir noch ein größeres Aufgebot gebraucht. So haben wir das Projekt bis heute abgewickelt und werden es auch noch erfolgreich abschließen. Bisher habe ich immer das Gefühl gehabt, dass ich so, wie ich auftrete und meine Ziele vermittle, auch akzeptiert werde, sodass wir jeden Tag das gemeinsam schaffen, was wir erreichen möchten. Ich merke in meinem Team nicht, als Frau anders wahrgenommen zu werden.

Was hilft Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag, wenn es mal schwierig wird?

Einmal frische Luft schnappen und über die Baustelle gehen – das hilft immer sehr, gerade hier in Entenwerder an der Norderelbe, mit dem Wasser direkt vor der Tür und seit dem Brückenschlag sogar bis über den Oberhafenkanal hinweg.

Das bringt mir neue Ideen, neue Lösungsansätze und da wird der Kopf gerade hier bei uns in Hamburg einmal wieder freigepustet –dann geht’s mit neuer Kraft wieder an die Sache.

Was sagen Sie jungen Menschen, warum es sich lohnt, in der Baubranche zu arbeiten?

Auf jeden Fall bringt die Abwechslung und Vielseitigkeit einen Riesenpluspunkt mit sich. Gerade in der Bauleitung: Man wechselt zwischen Bürotätigkeit und den Arbeiten auf der Baustelle. Man führt Baubesprechungen, Gespräche mit Nachunternehmern und dem Bauherrn. Also ist kein Tag wie der andere, und ganz besonders ist die Kommunikation und der Umgang mit den Menschen. Das ermutigt mich immer sehr und zeigt, dass man in der Baubranche doch ganz schön etwas bewegen kann. Wer Lust hat, jeden Tag einen anderen Arbeitstag zu haben und dazuzulernen, der ist in der Baubranche auf jeden Fall richtig.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Mein neues Projekt sind die Massivbauarbeiten für den Ersatzneubau der U-Bahn-Brücke in Hamburg-Ohlsdorf. Da haben wir den Auftrag, die neuen Widerlager zu errichten und zeitgleich die Demontage des Bestandsüberbaus vorzunehmen. Die Demontage erfolgt Mitte Juli. Mitte August kommt die neue Brücke schon rein. Wir haben da einen straffen Zeitplan. Ende des Jahres wollen wir die Baustelle schon wieder an den Bauherrn übergeben haben. Das ist mein neues Projekt, was aktuell so ein bisschen parallel läuft. Und meine Pläne für die Zukunft sind auf jeden Fall weiterhin im Brückenbau tätig zu sein – durch den Brückenbau die Infrastruktur instand zu halten und erforderliche neue Brücken zu bauen. Vielleicht wartet ja auch noch mal so ein Schwimmkraneinsatz auf mich. Der hier vor der Tür hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Arbeiten am Wasser mir Riesenspaß bereiten.

Frau Schildhauer, vielen Dank für das Gespräch!

Klassensatz-Spende des Buches „Baukultur“ an Gemeinschaftsschule in Preetz

Zur Förderung des Nachwuchses hat der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein nach einer Schule in Hamburg jetzt auch einer Schleswig-Holsteinischen Schule einen Klassensatz des Schulbuches „Baukultur“ gespendet: der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule der Stadt Preetz im Kreis Plön. Unser Mitgliedsunternehmen Schwalbe Baugesellschaft GmbH & Co. KG pflegt seit Jahren eine Partnerschaft mit der Schule.

Das Schulbuch der Bundesstiftung Baukultur ist das erste Lehrbuch für allgemein- und berufsbildende Schulen zum Thema Baukultur. Menschen ab etwa elf Jahren (4./5. Klasse) vermittelt es Wissen zum Planen und Bauen und bietet einen Türöffner zu spannenden Räumen. Anhand vieler Beispiele, auch aus Hamburg und Schleswig-Holstein, Grafiken und Aufgabenstellungen macht das Buch Vorschläge, wie junge Menschen ihre Umwelt erleben und aktiv gestalten können: in der Schule, zu Hause oder unterwegs im Stadtraum.

Im Rahmen der Ergebnis-Präsentation des Modellbau-Projektes „Green Living“ der Klasse 10c übergab Hauptgeschäftsführerin Manja Biel vom Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein 32 Exemplare des Buches an die Schülerinnen und Schüler: „Vielen Dank an euch – man sieht, wie viel Engagement und Kreativität in euren Projekten steckt. Ihr habt Modelle entwickelt, Ideen ausprobiert – manches davon gibt es schon in der Realität, anderes wird vielleicht noch Wirklichkeit. Genau das zeigt, wie spannend Bauen ist: Es beeinflusst, wie wir später leben – ob nachhaltig, barrierearm oder in der Gestaltung von Wegen und Räumen zur Begegnung. Zudem bietet die Baubranche viele Möglichkeiten – von gut vergüteten Ausbildungen bis hin zu spannenden Studiengängen hier im Norden. Und das Besondere ist: Am Ende sieht man, was man gemeinsam geschaffen hat.“

Miriam Klein, Kunstlehrerin der Klasse 10c, freute sich über das Buch, das sie als Ansichtsexemplar zuvor schon begutachtet hatte: „Das Buch gibt ganz viele Impulse für vielfältige Themen des Schulunterrichts – wir werden es natürlich auch an die Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachschaften weitergeben.“

Mehr über das Buch „Baukultur“

Foto: Jan Wulbrandt (4.v.l., stellvertretender Schulleiter), Miriam Klein (5.v.l., Kunstlehrerin der 10c), Manja Biel (4.v.r., Hauptgeschäftsführerin Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein), Steffen Biernacki (2.v.r., Bereichsleiter Unternehmensentwicklung, Schwalbe Baugesellschaft GmbH & Co. KG) sowie Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Preetz.

Fachausschuss Ingenieurbau besichtigt U5-Baustelle

Der Fachaussschuss Ingenieurbau hat am 4. Mai die Baustelle der U5 in der Hamburger City Nord besichtigt. Dirk Pastoors, Projektleiter bei der Hochbahn U5 Projekt GmbH, gab zunächst einen Überblick über das Gesamtprojekt: Seit Mai 2022 hat die 100%ige Tochter der Hamburger Hochbahn AG als Projektgesellschaft das kaufmännische und technische Projektmanagement inne – für die Planung über den Bau und die Systemtechnik bis zur Inbetriebnahme der U5. Auf 29 Kilometern Strecke sollen 24 neue Haltestellen entstehen. Die Strecke wird von Bramfeld über den Hauptbahnhof, Hoheluftbrücke, UKE, Hagenbecks Tierpark, die Arenen bis nach Osdorf im Hamburger Westen verlaufen.

Unweit vom Bürostandort der Hochbahn-Gesellschaft befindet sich der erste Bauabschnitt der künftigen ersten vollautomatischen U-Bahnlinie Hamburgs von Bramfeld in die City Nord, für den im Oktober 2021 die ersten vorbereiteten Arbeiten begonnen hatten. Fahrgäste von Bramfeld sollen in Zukunft nur noch 26 Minuten zum Hauptbahnhof benötigen. Der erste Probebetrieb ist für 2027 geplant.

Fabien Lenz, der Gesamtprojektleiter der ARGE U5 OST LOS 1 zwischen Wayss & Freytag und der Ed. Züblin AG, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann zur Baustelle der künftigen Haltestelle „City Nord“ unter der Straße Überseering. Nach dem Abstieg in die Baugrube konnte die in offener Bauweise gebaute Haltestelle in voller Länge besichtigt werden – wenige Tage später startete dort der Einbau der Schienen:

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal_1800/Hamburg-Journal-1800,hamj-10658.html.

Anschließend führte der Weg weiter in Fahrtrichtung Nordosten bzw. Bramfeld, um den Bau der ansteigenden Strecke zur überirdischen Station „Sengelmannstraße“ zu besichtigen. Dort besteht bereits die Station der U1, die dann nach der Fertigstellung der U5-Haltestelle zur Umsteigestation wird. Die Ausschussmitglieder tauschten sich anschließend noch in den Räumlichkeiten der ARGE U5 OST LOS 1 bei einem Snack zu den gerade gewonnenen Eindrücken aus.

Neuer Studiengang an der HAW Kiel

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel bietet zum Wintersemester 2026/27 erstmals den Master-Studiengang „Klimagerechtes Planen und Bauen“ an. Die Hochschule reagiert damit auf die veränderten Anforderungen an das Bauwesen infolge des Klimawandels. Der Studiengang richtet sich an Studieninteressierte, die nachhaltige, widerstandsfähige und zukunftsfähige Gebäude und Infrastrukturen entwickeln möchten. Eine Bewerbung für einen Studienplatz an der HAW Kiel ist seit dem 1. Mai 2026 möglich. Der Studiengang startet am 1. September 2026 mit 20 Studienplätzen.

Das Bauwesen ist ein ressourcenintensiver Wirtschaftssektor und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Gleichzeitig ist er stark von extremen Wetterereignissen wie Stürmen und Hochwasser betroffen. Es sei also notwendig, vorausschauend und an die klimatischen Veränderungen angepasst zu planen und zu bauen, erklärt Prof. Dr. Alois Steiner vom Institut für Bauwesen. „Um den Herausforderungen des Klimawandels im Bauwesen zu begegnen, reicht technisches Wissen allein nicht aus. Daher verbinden wir in unserem Studiengang ingenieurwissenschaftliche Inhalte mit ökologischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen, um ein ganzheitliches Verständnis für die neuen Anforderungen zu vermitteln“, sagt Steiner. Studierende können zudem ihre Kenntnisse in vier Wahlmodulen vertiefen. Das Angebot umfasst sowohl Themen der Bautechnik wie „Vertiefte Baustatik & Dynamik“ als auch der Infrastruktur wie „Verkehrsverlagerung, Nahmobilität und Radverkehr“ und der Umwelt wie „Integrated Coastal Zone Management“. Mit seiner inhaltlichen Ausrichtung ist der Master-Studiengang im norddeutschen Raum einzigartig.

Der Studiengang ist praxisnah ausgerichtet. Im zweiten Fachsemester bearbeiten die Student*innen in einem Projektmodul reale Aufgabenstellungen in Kooperation mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen oder Forschungspartner*innen.

Absolvent*innen können in Ingenieur- und Planungsbüros, Landes- und Kommunalbehörden, Hochschulen und Forschungseinrichtungen oder Unternehmen und Institutionen aus ganz unterschiedlichen Bereichen wie Bau, Energie- und Wasserwirtschaft, Industrie, Handel, Umwelt- und Wohnungswirtschaft, tätig werden.

Das Angebot wird in enger Kooperation zwischen der HAW Kiel und der Christian Albrechts-Universität zu Kiel (CAU Kiel) durchgeführt. Das Institut für Geowissenschaften der CAU Kiel leistet dabei einen Lehrbeitrag.

Das Wichtigste im Überblick:

Abschluss: Master of Engineering (M. Eng.) Klimagerechtes Planen und Bauen
Regelstudienzeit: Drei Semester
Start: Wintersemester 2026/27
Aufnahme: jährlich zum Wintersemester 20 Studienplätze
Unterrichtssprache: Deutsch & Englisch

Die detaillierten Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsmodalitäten gibt es unter:
www.haw-kiel.de/studium/studienangebot/klimagerechtes-planen-und-bauen

Kontakt

Institut für Bauwesen
Prof. Dr. Alois Steiner (Professor für Geotechnik im Wasserbau)
E-Mail: alois.steiner@haw-kiel.de

(Foto: Nick Hanke/HAW Kiel)

Terminübersicht Ausschüsse und Veranstaltungen

Dienstag, 2. Juni 2026
22. Hamburger Bautag, Thema „Zukunftsperspektive Verkehrsinfrastruktur“, inkl. Firmenkontaktmesse, Technische Universität Hamburg

Mittwoch, 4. Juni 2026
Mitgliederversammlung Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein, Hafen-Klub, Hamburg

Dienstag, 16. Juni 2026
3. Treffen „Netzwerk Baukommunikation Hamburg Schleswig-Holstein“, WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau GmbH & Co. KG, Zweigniederlassung Hamburg

Mittwoch, 17. Juni 2026
Sitzung des Fachausschusses Straßenbau und Gussasphalt, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Kiel

Donnerstag, 18. Juni 2026
Arbeitskreis Jungunternehmer, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Kiel

Freitag, 19. Juni 2026
Auftaktveranstaltung „Bündnis für den Tiefbau“, Patriotische Gesellschaft, Hamburg

Dienstag, 23. Juni 2026
Sitzung des Geräteausschusses, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Hamburg

Mittwoch, 1. Juli 2026
Sitzung des Arbeitskreises Baukaufleute, Geschäftsstelle Kiel

Mittwoch, 9., bis Sonntag, 13. September
NordBau 2026, CONBAU Nord und nordjob Bau:Technik, Holstenhallen Neumünster

Senatorin Leonhard besucht BAUFESTival im Hamburger Ausbildungszentrum-Bau

Am dritten Tag des diesjährigen BAUFESTivals im Hamburger Ausbildungszentrum-Bau hat sich die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation Dr. Melanie Leonhard über die Ausbildung in den Bauberufen informiert und wurde dabei von RTL Nord begleitet. Die Senatorin traute sich, einen Bagger und einen Baumaschinensimulator zu bedienen, traf einen Roboter-Hund, kam unter anderem mit weiblichen Auszubildenden ins Gespräch und besuchte ausstellende Unternehmen, auch aus unserem Verband.

Senatorin Dr. Melanie Leonhard: „Investitionen in Infrastruktur sind derzeit in aller Munde – ohne die Bauwirtschaft werden sie nicht entstehen! Ob Häuser, Straßen und Brücken: Auf dem Baufestival ist praktisch anzusehen, dass hier echte Teamarbeit mit Können, Technik und Perspektive gefragt ist. Junge Menschen können hier direkt erfahren, was in ihnen steckt und welche Chancen ein Beruf am Bau eröffnet. Wer einmal selbst mauert, zimmert oder im Simulator den Bagger steuert, merkt schnell: Hamburg braucht kluge Köpfe und starke Hände – und das BAUFESTival ist für viele der erste Schritt auf eine spannende berufliche Baustelle mit Zukunft.“

Insgesamt besuchten rund 2.000 Schülerinnen und Schüler das BAUFESTival 2026. Das Ausbildungszentrum-Bau im Hamburger Stadtteil Steilshoop wird getragen vom Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein und der Bau-Innung Hamburg.

Zum NDR „Hamburg-Journal“-Beitrag vom Vortag
Zum Ausbildungszentrum-Bau in Hamburg

Staatssekretärin Carstens zu Gast bei HIB Infra GmbH & Co. KG

Am 16. April hat Julia Carstens, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, unser Mitgliedsunternehmen HIB Infra GmbH & Co. KG in Stolpe (Kreis Plön) besucht – auf Einladung des Stolper Bürgermeisters Holger Bajorat. Grund war die gute Entwicklung des Gewerbegebiets, das vor vier Jahren mit dank massiver Investitionen der Gemeinde eingeweiht wurde und in dem sich auch HIB Infra niedergelassen hat. Das überregional tätige Bauunternehmen hat langjährige Projekterfahrung im Beton-, Erd- und Kanalbau sowie eine Spezialisierung in der Herstellung von Flugbetriebsflächen im In- und Ausland.

Die Staatssekretärin bekam von HIB Infra-Gründer und -Geschäftsführer Matthias Neumann eine Führung über das Firmengelände und tauschte sich mit ihm sowie anderen Unternehmerinnen und Unternehmern über die Situation im Gewerbegebiet aus. „Es ist schön zu beobachten, dass das Interesse der Politik an der Weiterentwicklung der ländlichen Regionen hier zum Ausdruck gebracht wurde“, freute sich Matthias Neumann über den Besuch von Frau Carstens bei den Mittelstandsunternehmen.

Hintergrund des Besuchs ist das Ziel der Landesregierung, Gemeinden weniger bürokratischen Aufwand aufzubürden bzw. zügigere Vermarktung von Gewerbeflächen zu ermöglichen – das soll durch die Verkürzung der Bindefrist von geförderten Gewerbegebieten entstehen. Bisher mussten Gemeinden und Städte bei Inanspruchnahme einer sogenannten GRW-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) 15 Jahre lang Rechenschaft ablegen. „Wir haben uns auf Bundes- und Länderebene erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Bindungsfrist künftig nur noch so lange gilt, bis das letzte Grundstück eines Gewerbegebiets veräußert wurde“, sagte Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens bei dem Besuch in Stolpe.

Foto: HIB Infra-Geschäftsführer Matthias Neumann (2.v.l.), Bürgermeister Holger Bajorat (5.v.r.), Staatssekretärin Julia Carstens (2.v.r.); Quelle: Wirtschaftsministerium

Fassadensanierung: Hochbauausschuss besichtigt Baustelle in Reinfeld

Der Hochbauausschuss traf sich am 30. März in Reinfeld (Kreis Stormarn) zunächst zu einer Baustellenbesichtigung: Mitarbeiter unseres Mitgliedsunternehmens CONSENS Bautechnik 2.0 GmbH aus Kiel sowie Vertreter der Wohneigentümergemeinschaft zeigten den Ausschussmitgliedern, wie die Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten am markanten Wohngebäudekomplex Neuhof 10-14 ausgeführt werden.

Ziel des einjährigen Bauprojekts ist die nachhaltige Verbesserung des energetischen Standards beim dreiteiligen Objekt mit 113 Wohneinheiten, die Instandsetzung wesentlicher Bauteile sowie die gestalterische Aufwertung des Bestandsobjektes – unter Berücksichtigung der fortlaufenden Nutzung durch die Bewohner.

Die Ausschuss-Mitglieder konnten bei der Besichtigung die Herstellung der hinterlüfteten, wärmegedämmten neuen Fassadenkonstruktion mit Edelstahl-Stabwerkskonstruktion zur statischen Überbrückung der vorhandenen Heraklith-Schicht auf der Rohbaukonstruktion nachvollziehen.

Nach der Besichtigung gab es in einem nahegelegenen Hotel einen weiteren Austausch untereinander: Themen waren unter anderem die hohen Spritpreise, Entwicklungen im Hochbau und die Vorbereitung der kommenden Sitzung des HDB-Hochbauausschusses.

Ausbildungszentrum Ahrensbök: Verabschiedung von Herrn Ketzner

Ein Tag des Abschieds: Am 23. April ist der längjährige Leiter des Ausbildungszentrums Ahrensbök Andreas Ketzner (64, Foto vorne in der Mitte) mit einer Feier aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet worden. Knapp 30 Jahre lang hat Herr Ketzner als Leiter die Entwicklung des überbetrieblichen Ausbildungszentrums maßgeblich geprägt – nun genießt er den passiven Teil seiner Altersteilzeit.

Frank Schlemmer, Vorstandsvorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Ausbildungszentrums Ahrensbök: „Mit großem persönlichem Einsatz, fachlicher Kompetenz und klarem Fokus hat er unser Haus nachhaltig gestaltet und begleitet. Dabei stand für ihn stets der Mensch im Mittelpunkt, die Auszubildenden ebenso wie die Mitarbeitenden und Partner unseres Hauses. Wertschätzung, Verlässlichkeit und ein offenes Ohr prägten sein Wirken.“

Nach einer Ausbildung zum Vermessungstechniker trat Herr Ketzner im Jahr 1982 als Soldat auf Zeit für zwölf Jahre in die Bundeswehr ein. Während dieser Zeit studierte er an der Fachhochschule der Bundeswehr in München Bauingenieurwesen, Schwerpunkt konstruktiver Ingenieurbau. Seit 1996 hat Andreas Ketzner dann in Schleswig-Holstein viele verschiedene Phasen rund um die überbetriebliche Ausbildung in unserem Ausbildungszentrum miterlebt und mitgeprägt. Besondere Meilensteine waren die energetische Modernisierung des gesamten Zentrums in der Zeit von 2007 bis 2015, Jahre mit besonders wenigen Auszubildenden Anfang der 2000er, die dann zunehmend steigenden Azubi-Jahrgänge bis hin zu 500 Auszubildenden im Ausbildungsjahr 2019/2020 und schließlich die Übergabe der Leitung in neue Hände.

Janina Meins, Leiterin des Ausbildungszentrums: „Ich danke Andreas ganz herzlich für seinen Einsatz und dafür, dass er mir für so ein hervorragend geführtes und gepflegtes Zentrum den Staffelstab weiterreicht. Wir wünschen ihm alles Gute für die Rente, Rückenwind für die Kreuzfahrten und ganz viel Freude an allem, was jetzt kommt!“

Zahlreiche Weggefährtinnen und Weggefährten ließen es sich nicht nehmen, persönlich Abschied zu nehmen – aus Kommunalpolitik, Ausbildungsbetrieben, Berufsschule und der Handwerkskammer Lübeck. Auch aus dem Verband heraus wurde die Verabschiedung begleitet und die langjährigen Verdienste gewürdigt.

Mit Andreas Ketzners Abschied geht eine Ära zu Ende – und ein hervorragend aufgestelltes Zentrum bleibt.

Fachausschuss Tiefbau im Hafen-Klub: Winterschäden und städtische Bauprogramme

Bei der Sitzung des Fachausschusses Tiefbau Ende März im Hafen-Klub wies der Vorsitzende Stephan Hedt zunächst auf den seit dem Spätsommer letzten Jahres zu verzeichnenden Rückgang der Ausschreibungen hin. Daraufhin stellte Patricia Kaiser, Abteilungsleiterin Öffentliche Wege im Amt für Mobilitätswende Straßen der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, die Programme der Stadt vor: Sie berichtete, dass infolge der Winterschäden ein erheblicher Straßen-Sanierungsbedarf bestehe. Zur Behebung der Schäden wurde zum einen ein Sonderprogramm zur Beseitigung von Schlaglöchern aufgelegt. Darüber hinaus hat die Behörde ein zusätzliches Deckschichtprogramm für großflächige Sanierungen initiiert. Für die Maßnahmen stehen im Jahr 2026 zusätzliche Mittel in Höhe von rund acht Mio. Euro zur Verfügung. Anschließend stellte Frau Kaiser die bezirklichen Bauprogramme vor: das Erhaltungsmanagement Straßen und die Radverkehrs- und Infrastrukturprogramme.

Es folgte Dr. Stefan Klotz, Geschäftsführer des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer, der anhand einer Übersicht die für das Jahr 2026 vorgesehenen Baumaßnahmen präsentierte. Insgesamt sind etwa 100 Einzelprojekte geplant, mit einem geschätzten Gesamtvolumen von rund 160 Mio. Euro. Dies bedeutet zwar eine geringere Anzahl an Maßnahmen, zugleich jedoch eine Zunahme des Gesamtvolumens. Darüber hinaus stellte Dr. Klotz das Pilotprojekt „Looped“ (Kommunaler Infrastrukturbau in Serie) vor. Ziel dieses Projekts ist es, standardisierte, barrierefreie Bushaltestellen mithilfe serieller Bauweise effizient zu planen und umzusetzen: looped.hamburg.de.

 

Umfrage gestartet: Wie viele und welche Bauingenieure braucht der Norden?

Bitte nehmen Sie teil: Der Fachkräftebedarf in der Bauwirtschaft stellt unsere Branche auch in Norddeutschland in den kommenden Jahren vor erhebliche Herausforderungen. Angesichts des hohen Investitionsbedarfs im Erhalt und Ausbau der Infrastruktur sowie im Neu- und Ausbau von Wohngebäuden ist künftig auch von einem deutlich steigenden Bedarf an Bauingenieurinnen und Bauingenieuren auszugehen – sowohl mit Bachelor- als auch mit Masterabschluss.

Vor diesem Hintergrund führt der Verein Bauingenieure für Hamburg (BIHH) aktuell eine Befragung zum quantitativen und qualitativen Bedarf an künftigen Absolventinnen und Absolventen des Bauingenieurwesens in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen durch. Als Branchenvertretung der Bauindustrie in Hamburg und Schleswig-Holstein bringt sich unser Verband selbstverständlich aktiv in diesen Prozess ein und unterstützt die Umfrage fachlich wie auch organisatorisch.

Ziel der Befragung ist es, den tatsächlichen Bedarf aus Sicht der betroffenen Akteure herauszuarbeiten und damit deutliche Signale für den Dialog mit Hochschulen, Politik und Verwaltung zu setzen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Ausbildungskapazitäten, Studieninhalte und Rahmenbedingungen stärker an den praktischen Erfordernissen der Bauwirtschaft auszurichten.

Die Umfrage richtet sich an bauüberwachende und bauausführende Unternehmen, Planungsbüros sowie ministerielle und kommunale Auftraggeber in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen.

Damit die Umfrage einen praxisorientierten Mehrwert entfalten kann, bitten wir um Verständnis, dass die Beantwortung der Fragen etwas ausführlicher ausfällt und vielleicht ein bis zwei Minuten mehr Ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Die Umfrage ist bis zum 20.05.2026 online.

Zur Teilnahme an der Umfrage gelangen Sie hier:
https://www.umfrageonline.com/c/jym43k9z

Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!

Sie haben Rückfragen zur Umfrage? Melden Sie sich gerne bei Richard Lemloh (richard.lemloh@biv-hh-sh.de).

Foto: Freepik/KI-generiert

Neue Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle Hamburg: Charlene Wilms

Seit dem 1. April verstärkt Charlene Wilms (32) als Büro- und Teamassistentin die Geschäftsstelle Hamburg des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein.

Die gebürtige Hamburgerin war zuvor fünfzehn Jahre als Zahnmedizinische Fachangestellte tätig. Im Zuge ihrer beruflichen Neuorientierung absolvierte sie zunächst ein Praktikum in der Geschäftsstelle – mit solch überzeugendem Ergebnis, dass sie direkt übernommen wurde.

Herzlich willkommen, Frau Wilms – wir freuen uns, Sie an Bord zu haben!

Terminübersicht Ausschüsse und Veranstaltungen

Montag, 4. Mai 2026
Sitzung des Fachausschusses Ingenieurbau, U5-Baustelle, Hamburg

Donnerstag, 7. Mai 2026
Tag der Bauindustrie, EUREF-Campus, Berlin

Dienstag, 2. Juni 2026
Hamburger Bautag, incl. Firmenkontaktmesse, Technische Universität Hamburg

Mittwoch, 4. Juni 2026
Mitgliederversammlung Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein, Hafen-Klub, Hamburg

Mittwoch, 17. Juni 2026
Sitzung des Fachausschusses Straßenbau und Gussasphalt, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Kiel

Donnerstag, 18. Juni 2026
Sitzung des Arbeitskreises Jungunternehmer, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Kiel

Freitag, 19. Juni 2026
Auftaktveranstaltung „Bündnis für den Tiefbau“, Patriotische Gesellschaft, Hamburg

Mittwoch, 1. Juli 2026
Sitzung des Arbeitskreises Baukaufleute, Bauindustrieverband, Geschäftsstelle Kiel

Frühjahrsgespräche in Schleswig-Holstein

Die Frühjahrsgespräche 2026 in Jübek, Nortorf und Kiel zeigten ein insgesamt positives Stimmungsbild in der Bauindustrie Schleswig-Holsteins – trotz des harten Winters und seiner finanziellen Folgen für viele Arbeitnehmer. Die Unternehmensvertreter berichteten, dass der Winter zu Verzögerungen und wirtschaftlichen Engpässen bei Beschäftigten führte. Arbeitszeitflexibilisierung und Darlehen halfen teilweise, die Situation besser zu bewältigen.

Zentrale Themen der drei Gespräche waren die geänderten Vergaberegelungen – insbesondere die geplanten Erleichterungen in der Schleswig-Holsteinischen Vergabeverordnung und die Einführung der freihändigen Vergabe als Regelverfahren – sowie das neue Bundestariftreuegesetz mit seinen praktischen Herausforderungen. Auch die Unsicherheiten im Umgang mit der Ersatzbaustoffverordnung, die Preissteigerungen rohölbasierter Materialien und die schleppenden Verwaltungsprozesse bei öffentlichen Auftraggebern dominierten die Diskussionen.

Frau Meins, Leiterin des Ausbildungszentrums Ahrensbök, vermeldete eine weiterhin hohe Auslastung, erfolgreiche Prüfungen und personelle Veränderungen. Gemeinsam mit dem Bauindustrieverband wird sich das Zentrum erneut an der NordBau 2026 vom 9. bis 14. September beteiligen. Übergreifend zeigte sich in allen Gesprächsrunden Zuversicht für das Baujahr 2026 – verbunden mit dem Appell, Fachkräftesicherung, Ausbildung und effizientere Verwaltungsprozesse stärker in den Fokus zu rücken.

Amos Kamau ist bester Tiefbaufacharbeiter der IHK Kiel

Die Industrie- und Handelskammer zu Kiel (IHK) hat am 13. März im Haus der Wirtschaft die 41 jahrgangsbesten Absolventinnen und Absolventen der diesjährigen Winterabschlussprüfungen ausgezeichnet. Mit dabei: Amos Kamau von der Firma Berthold Fasthuber Bauunternehmung GmbH & Co. KG in Kiel, der seine Ausbildung als „Tiefbaufacharbeiter Schwerpunkt Rohrleitungsbau“ bereits nach eineinhalb Jahren mit den Noten 1,4 (Praxis) und 2,1 (Theorie) als Jahrgangsbester bestanden hat.

Der 29-jährige Kenianer aus Kiambu nahe der Hauptstadt Nairobi lebt erst seit vier Jahren in Deutschland. Nach einem intensiven Spracherwerb wurde er aufgrund einer Initiativbewerbung eingestellt. Wie lernbegierig er ist, zeigte bereits unser Newsletter-Interview „Bauen mit Leidenschaft“ aus dem Mai letzten Jahres.

Baugrundausbildung in Ahrensbök

Seinen Weg zu diesem Erfolg begann unter anderem im ersten Ausbildungsjahr in unserem Ausbildungszentrum in Ahrensbök, wo er die Baugrundausbildung absolvierte, die eine wichtige Grundlage für die weiteren Ausbildungsinhalte bildet. Zentrumsleiterin Janina Meins: „In dieser Phase zeigte er bereits ein gutes Verständnis für die praktischen Anforderungen des Handwerks. Durch Engagement und Sorgfalt entwickelte er seine Fähigkeiten im Verlauf der Ausbildung kontinuierlich weiter. Der nun erzielte Spitzenabschluss ist das Ergebnis harter Arbeit, hoher Motivation und echter Leidenschaft für den Beruf.“

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr setzte er seine Ausbildung im Ausbildungszentrum in Hamburg fort, wo die fachliche Spezialisierung im Rohrleitungsbau im Mittelpunkt stand. Auch dort zeigte er gute Leistungen und baute seine fachlichen Fähigkeiten weiter aus.

Stolz bei Geschäftsführern des Ausbildungsbetriebes

Kim Björn Wenzel, der wie Bernd Ihlo und Mathias Kamp als geschäftsführende Gesellschafter der Berthold Fasthuber Bauunternehmung GmbH & Co. KG mit vollem Stolz und Freude an der Azubi-Bestenehrung teilgenommen hat, kommentierte die Auszeichnung seines Auszubildenden so: „Also nicht immer über die jungen Leute jammern und meckern – es geht auch so, wie unser lieber Amos eindrucksvoll bewiesen hat!“

Der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein gratuliert Amos Kamau herzlich zu dieser außergewöhnlichen Leistung und wünscht ihm für seinen weiteren beruflichen Weg alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

(Foto: IHK Kiel/Fabian Frühling)

HDB-Präsidiumssitzung in Hamburg

Am 10. März hatte unser Verband ein besonderes Gremium in unserer Hamburger Geschäftsstelle zu Gast: Das Präsidium des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) tagte in unserem Konferenzraum – mit Präsident Peter Hübner sowie den Vizepräsidenten Jutta Beeke (Sozialpolitik) und Tim Lorenz (Verkehr). Hauptgeschäftsführerin Manja Biel: „Es war uns eine Ehre, Gastgeber zu sein!

(Foto v.l.: Ingo Rojczyk, Vorsitzender Ausschuss großer Unternehmen; Olaf Demuth, Region Nord; Dr. Alexander Tesche, Vorsitzender
Präsidialausschuss Internationales Bauen; Peter Hübner, Präsident; Johann Bögl, Region Süd; Jochen Wachenfeld-Teschner, Region Mitte; Manja Biel, Hauptgeschäftsführerin Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein; Jutta Beeke, Vizepräsidentin Sozialpolitik; Ben Behrend, HDB-Stabsstellenleitung Koordination und Strategie; Jörg Muschol, Region Ost; N.N.; Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer HDB; Tim Lorenz, Vizepräsident Verkehr)

Unterstützung der Olympia-Bewerbungen in Kiel und Hamburg

Kiel und Hamburg möchten sich beim Deutschen Olympischen Sportbund um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in einem der Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewerben – Hamburg als Hauptausrichter. Am 19. April stimmen die Menschen in Kiel über die Bewerbung ab, am 31. Mai die Hamburgerinnen und Hamburger für ihre Stadt. In Kiel läuft die Briefwahl schon seit dem 9. März, in Hamburg werden am 24. April die Briefwahlunterlagen verschickt.

Insgesamt stehen laut Experten die Chancen gut, dass Deutschland für eine Ausrichtung der Spiele nach 1972 mal wieder an der Reihe ist, Gastgeber der Spiele zu werden. Die Diskussion über die Chancen und Risiken der Bewerbungen kommt in den kommenden Wochen sowohl in Kiel als auch in Hamburg in die entscheidende Phase.

Manja Biel, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein:  „Die Bewerbungen von Hamburg und Kiel sind eine große Chance für die Region – nicht nur für Sportstätten und den Breitensport, sondern auch für die regionale Bauwirtschaft. Sie können notwendige Investitionen in die Infrastruktur beschleunigen und dafür sorgen, dass Bundesmittel auch einmal in den Norden fließen, statt nach Bayern oder NRW. Gleichzeitig sind sie ein Zeichen dafür, dass wir uns etwas zutrauen – und genau das unterstützen wir.“

Sie wollen die Kampagnen in Kiel und Hamburg auch unterstützen? Dann informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten:

Kiel: www.jo-kiel.de
Kampagnenmaterialien: Partnerpaket_BauindustrieHHSH

Hamburg: www.hamburg-activecity.de/olympia
Kampagnenmaterialien:
www.brandox.com/sommerspiele-hamburg/olympia-und-paralympics-in-hamburg

Fachausschuss Straßenbau und Gussasphalt: Weichenstellungen für 2026

Bei der Sitzung des Fachausschusses Straßenbau und Gussasphalt am 4. März im Ausbildungszentrum Ahrensbök standen vor allem aktuelle Herausforderungen, kommende Termine und strategische Positionierungen gegenüber Politik und Verwaltung im Vordergrund.

Mit Blick auf das neue RAL-Gütezeichen für Ausbauasphalt herrschte Einigkeit: Der Verband soll die Einführung aktiv begleiten. Besonders positiv bewertet wurden Verbesserungen im Haldenmanagement und mehr Transparenz für Auftraggeber. Einen breiten Raum nahmen die jüngsten Gespräche mit Wirtschaftsminister Madsen ein. Der Wille zur Umsetzung der zusätzlichen Haushaltsmittel sei erkennbar – doch inhaltlich gebe es Reibungspunkte. Die Mitgliedsunternehmen kritisierten unter anderem die unzureichende Vorbereitung der Auftraggeber bei Gesprächen, die Absicht, Risiken weitgehend auf die Unternehmen zu übertragen und die auf fünf Jahre komprimierte Mittelverteilung trotz Personalengpässen.

Gleichzeitig wurden alternative Vertragsmodelle wie Pauschalen, ECI oder Cost+Fee intensiv diskutiert. Auch technische Themen wie TA-Asphalt, Bohrkern-Untersuchungen und die Ablehnung von RDO-Sanktionen kamen zur Sprache.

Die Sitzungstermine für 2026 stehen fest: Am 17. Juni trifft sich der Ausschuss in Kiel, die Septembersitzung findet traditionell zur NordBau in Neumünster statt. Die Novembersitzung ist ebenfalls in Kiel geplant.

(Foto: Eurovia)

Netzwerk „Planen, Bauen, Wohnen“: Arbeitsgruppe zur Planungsbeschleunigung gestartet

Mit dem Auftakttreffen in der Investitionsbank Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgruppe „Instrumente zur beschleunigten Planung von Wohnraum“ als Teil des Netzwerks „Planen, Bauen und Wohnen“ in die inhaltliche Arbeitsphase gestartet. Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planer, Baupraxis, Energie- und Sozialbereich sitzen dabei bewusst gemeinsam am Tisch – alle relevanten Akteure entlang der Wertschöpfungskette sind eingebunden.

Klare Erwartung: weniger reden, mehr möglich machen

Für die Zusammenarbeit wurde ein pragmatischer Rahmen vereinbart: offener Austausch, keine Positionszuweisungen, keine Grundsatzdebatten. Ziel ist nicht ein weiteres Papier, sondern konkrete Verbesserungen bei Verfahren und Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Planungs- und Genehmigungsprozesse deutlich beschleunigt werden können. Aufwand und Dauer für Planung, Genehmigung und Bau sollen auf das notwendige Maß reduziert, Abläufe gestrafft und reale Hemmnisse identifiziert werden.

Erfahrungen aus Hamburg einbringen

Der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein bringt seine Erfahrungen aus der „Initiative kostenreduziertes Bauen“ in Hamburg ein. Viele Lösungsansätze liegen bereits auf dem Tisch – entscheidend ist jetzt, sie auf Übertragbarkeit zu prüfen und konsequent anzuwenden.

Zum Einstieg hat sich die Arbeitsgruppe mit den vorgesehenen Änderungen im Baugesetzbuch („Bau-Turbo“) befasst. Dabei handelt es sich um befristete Regelungen, die zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen sollen, um Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Der „Bau-Turbo“ ist damit weniger ein vollständiger Systemwechsel als vielmehr ein Instrumentenkasten für die beteiligten Akteure, die schneller bauen wollen. Er schafft neue rechtliche Optionen, ersetzt jedoch nicht die lokalen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse in den Kommunen. Ob daraus tatsächlich mehr Tempo entsteht, hängt maßgeblich von der praktischen Nutzung vor Ort ab.

Hauptgeschäftsführerin Manja Biel: „Mit der Arbeitsgruppe ist der Rahmen geschaffen, um Hemmnisse in den Planungs- und Genehmigungsprozesse gemeinsam anzugehen – nun gilt es, diese Chance zu nutzen.“

Mitgliederversammlung der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft (HBAW)

Die vom Vorsitzenden Michael Seitz geleitete HBAW-Mitgliederversammlung am 12. März bot einen umfassenden Überblick über Finanzen, Aktivitäten und die strategische Ausrichtung der HBAW. Die Finanzen wurden vollständig geprüft und der Vorstand einstimmig entlastet.

Einen sehr positiven Rückblick gab es auf die Podiumsdiskussion im Ausbildungszentrum-Bau von November 2025 zum Thema „Hamburg-Standard“ – eine Neuauflage an selber Stelle ist für Herbst dieses Jahres geplant. Die Mitgliedsverbände berichteten über die Aktivitäten im ersten Quartal – darunter Fortschritte bei vereinfachten Baustandards, Eindrücke vom Wärmepumpen-Forum sowie Impulse aus der Veranstaltung „Baukultur auf Kampnagel“, wo unter anderem ein neuer Wettbewerb „Beste Baustelle“ angeregt wurde.

Positive Positionierung für Hamburger Olympia-Bewerbung

Die Mitgliedsverbände diskutierten zudem eine mögliche Unterstützung der Hamburger Olympiabewerbung für die Jahre 2036/2040/2044. Während viele eine positive Positionierung befürworten, wird ein erfolgreiches Referendum als kritisch eingeschätzt.

Für 2026 stehen zahlreiche Veranstaltungen an: das BAUFESTival mit der Rekordanmeldung von 2.300 Schülern, eine Umfrage zum Ingenieurbedarf, das HBAW-Golfturnier, ein Parlamentarisches Frühstück zum „Bündnis für den Tiefbau“ sowie eine Podiumsdiskussion zur Klimaneutralität 2040. Außerdem ist ein Werkstattgespräch mit dem ZIA zur kommunalen Wärmeplanung geplant. Der VDBUM bietet an, künftig Podcasts für die HBAW zu produzieren.

Neun Verbände bilden die HBAW

Das Bündnis „Die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft“ vereint neun Verbände und Innungen der Branche und hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung dieses wichtigen Wirtschaftszweiges für Wirtschaft und Gesellschaft in Hamburg bekannter zu machen. Zu diesem Zweck haben die beteiligten Verbände eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vereinbart und vertreten gemeinsam die Interessen der bauausführenden Wirtschaft in Hamburg. Manja Biel, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein, ist stellvertretende Vorsitzende der HBAW.

HORIZONT 2026: IHK zu Kiel fordert Resilienz-Offensive für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein

Beim Jahresempfang HORIZONT 2026 am 4. März hat die IHK zu Kiel eine Resilienz-Offensive für den Wirtschaftsstandort gefordert. Im Fokus stand der strategische Austausch mit 1.000 geladenen Gästen, Ministerpräsident Daniel Günther und Prof. Moritz Schularick (Kiel Institut) über die Frage, wie Schleswig-Holstein seine Souveränität und Handlungsfähigkeit in einer instabilen Weltlage sichern kann. Unter dem Titel „Risiko, Resilienz, Realität – zwischen globaler Offenheit und nationaler Abhängigkeit“ ging es um die Frage, wie Wirtschaft und Politik auf die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen reagieren können. Mit dabei: der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein.

IHK-Präsident Knud Hansen machte deutlich: Regeln sind notwendig. Sie schaffen Orientierung und verlässliche Rahmenbedingungen. Zugleich wurde Kritik an einem wachsenden Regelungsdrang laut. Bisweilen entsteht der Eindruck, dass der politische Regelungswille größer ist als die tatsächliche Regelungsfähigkeit. Für viele Unternehmen führt das zu einem immer dichteren Geflecht an Vorgaben, deren praktische Umsetzbarkeit nicht immer ausreichend mitgedacht wird.

Auch aus unternehmerischer Sicht lohnt jedoch ein differenzierter Blick. Nicht jede neue Regel ist automatisch ein Problem. Klare Leitplanken können Wettbewerb sichern und Orientierung geben. Entscheidend bleibt aber, dass Regulierung Maß hält und wirtschaftliche Realität berücksichtigt.

Mit Blick auf die aktuellen Krisen wurde zugleich betont, dass aufgeregte Reaktionen wenig helfen. Gefragt ist vielmehr eine „aufgeregte Gelassenheit“, wie sie Schleswig-Holstein gut kennt: ruhig bleiben – und vorbereitet sein. So formulierte es Ministerpräsident Daniel Günther.

Einen Blick auf die wirtschaftliche Ausgangslage Schleswig-Holsteins warf zudem Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft. Die Wirtschaft im Land ist weniger stark in globale Wertschöpfungsketten eingebunden als in vielen anderen Regionen Deutschlands und stärker auf regionale und nationale Märkte ausgerichtet. Globale Verwerfungen treffen Schleswig-Holstein daher bislang weniger unmittelbar als stark exportorientierte Industriestandorte.

Neben den Impulsen des Podiums bot der Abend auch Raum für Gespräche und persönlichen Austausch. Gerade dieser geselligere Teil gehört zu solchen Veranstaltungen dazu – nicht weniger wichtig, wenn es darum geht, Eindrücke einzuordnen, Positionen zu schärfen und Kontakte zu pflegen.

(Foto v.l.n.r.: Ministerpräsident Daniel Günther, IHK-Präsident Knud Hansen, Prof. Dr. Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft; Credits: IHK Kiel/Fabian Frühling)