Sanierte Weströhre des Sankt Pauli Elbtunnels feierlich eröffnet

Seit dem 4. Mai sind beide Röhren des Sankt Pauli Elbtunnels („Alter Elbtunnel“) an den Hamburger Landungsbrücken wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach insgesamt 15 Jahren Bauzeit ist das beliebte rund 425 Meter lange Wahrzeichen rechtzeitig zum Hafengeburtstag vollständig denkmalgerecht saniert worden. Als Abschluss wurde die westliche Tunnelröhre – die unsere Mitgliedsunternehmen HC Hagemann GmbH & Co. KG und Ed. Züblin AG gemeinsam in einer Arbeitsgemeinschaft für den Auftraggeber Hamburg Port Authority (HPA) saniert haben – nach rund sechs Jahren Bauzeit von Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard, Kultursenator Dr. Carsten Brosda sowie HPA-CEO Jens Meier offiziell in Betrieb genommen. Ein besonderes Highlight: Begleitet wurde der Festakt von einer Beatles-Coverband. Der NDR berichtete so über die Eröffnung: www.ndr.de/nachrichten/hamburg/alter-elbtunnel-in-hamburg-westroehre-oeffnet-wieder,alterelbtunnel-100.html

Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard: „Die Sanierung des Sankt Pauli Elbtunnels war aufgrund des Alters und der Komplexität des Bauwerks eine echte bautechnische Herausforderung, die sehr gut gelungen ist. Der Tunnel steht nun auch für kommende Generationen zur Verfügung. Er gehört zum historischen Erbe Hamburgs und ist zugleich eine wichtige Verkehrsverbindung, die modernisiert nun noch leistungsfähiger ist. Ich möchte mich bei allen Beteiligten und für ihr außerordentliches Engagement bedanken.“

Christian Weber, Geschäftsführer der HC Hagemann GmbH & Co. KG: „Wir sind gemeinsam mit der Firma Züblin stolz darauf, Teil dieses besonderen Projekts gewesen zu sein.“

Im Zuge der Sanierung wurde die Tunnelröhre bis auf die Stahltübbinge freigelegt und nach teilweisem Austausch der Nieten und Neuerstellung der Bleifugen zwischen den Tübbingen wurde die Stahlbetonschale neu erstellt. Diese ist, um genügend Ballast gegen den Auftrieb zu erhalten, als Schwerlastbeton hergestellt. Die Fliesen wurden in einem aufwendigen Fertigungsprozess originalgetreu neu hergestellt und unter Aufsicht der Denkmalpflege wieder auf der Stahlbetonhülle verlegt. Die restaurierten Fischreliefs sind an den alten Standort wieder in den Fliesenbereich eingesetzt worden. Die Granitbordsteine sind die Originalbordsteine, die ebenfalls an ihrem Ursprungsort eingebaut wurden.

Die Weströhre wurde – wie bereits in der Oströhre mit der modernsten Technik von Rauchmeldern, über Lautsprecher bis zu einem automatischen Zählsystem ausgestattet. Künftig wird die Oströhre als Teil der Radroute 4 für den unmotorisierten Individualverkehr sowie Fußgänger schwerpunktmäßig als Verkehrsweg genutzt werden, während die Weströhre für Fußgänger und die touristische Nutzung zur Verfügung steht.


Der Alte Elbtunnel wurde zwischen 1907 und 1911 von 4.400 Arbeitskräften erbaut und zählt heute zu den prägenden Denkmälern Hamburgs. Vor 120 Jahren hatte die Bürgerschaft dem Bau eines Tunnels unter der Elbe zugestimmt, weil die Zahl der Menschen, die täglich von ihren Wohnstätten aufbrachen, um die Norderelbe mit Fähren, Barkassen und Ewern zu queren und zu ihren Arbeitsplätzen im Hafen zu gelangen, immer weiter wuchs. Ein Tunnel unter einem breiten Gewässer wie der Elbe hindurch, noch dazu mit Lastenaufzügen in den Schachtgebäuden, die eine lange Rampe in der eng bebauten Stadt verzichtbar machten, war zur Zeit der Erbauung Anfang des 20. Jahrhunderts eine technische Meisterleistung und fand international Beachtung. Heute gehört der Alte Elbtunnel zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Hansestadt.

Die Sanierung des Tunnels läuft bereits seit den 1990er Jahren. Zunächst wurde das Betriebsgebäude erneuert. Im Anschluss wurden in zwei weiteren Projektabschnitten zunächst das Schachtgebäude auf der Steinwerder-Seite und der St. Pauli-Seite grundlegend instandgesetzt. 2010 begann die Entkernung der Oströhre. Nach der Sanierung des oberen Tunnelbereichs folgten der Einbau der Gehwegfertigteile, Fliesen- und Putzarbeiten sowie die Herstellung des Fahrbahnbelags. Dann stand die Ausrüstung mit modernster Technik im Mittelpunkt – vom Rauchmelder über Lautsprecher bis zum automatischen Zählsystem. Abschließend wurden in enger Absprache mit dem Amt für Denkmalschutz die Wandfliesen und die Beleuchtung nach historischem Vorbild erneuert.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung der Röhren, die Schachtbauwerke sowie die zwei neuen Treppenanlagen auf ca. 130 Millionen Euro. Die Sanierung der Weströhre wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags mit ca. 21,3 Millionen Euro durch den Bund gefördert.

Fotos: Jan Sieg