Tag der Industrie: Wehrhaftigkeit und Resilienz im Fokus
Auf gemeinsame Einladung der Handelskammer Hamburg und des Industrieverbandes Hamburg e. V. (IVH) fand am 26. August der Tag der Hamburger Industrie 2026 statt. Als Mitglied des IVH war auch der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein vertreten. Unter dem Leitmotiv „Wachstum durch Wehrhaftigkeit, Prosperität für Resilienz?“ ging es um die Frage, welche wirtschaftlichen Chancen, aber auch welche neuen Anforderungen sich aus der veränderten sicherheitspolitischen Lage für die Hamburger Wirtschaft ergeben.
Mehr Verteidigungsausgaben – neue Chancen für die Bauindustrie
Der deutliche Aufwuchs der Verteidigungsausgaben bedeutet nicht nur zusätzliche Beschaffungen von militärischem Gerät. Die Wertschöpfung rund um die Verteidigungsindustrie reicht weit über die eigentlichen Rüstungsproduzenten hinaus. Beim Tag der Hamburger Industrie wurde dies sehr anschaulich formuliert: Auch auf einem Kriegsschiff werden Küchen eingebaut und Teppiche verlegt.
Auch für die Bauindustrie ergeben sich daraus erhebliche Aufgaben: Kasernen und militärische Liegenschaften müssen modernisiert und erweitert, Verkehrswege und logistische Knoten leistungsfähig gemacht sowie Energie-, Versorgungs- und weitere Infrastruktur ertüchtigt werden.
Es lohnt sich also, frühzeitig zu prüfen, wo die eigenen Kompetenzen gefragt sind und welche Voraussetzungen für den Zugang zu diesen Märkten erfüllt werden müssen.
Dabei geht es nicht nur um große Einzelprojekte. Wehrhaftigkeit benötigt eine breite industrielle Basis, funktionierende Lieferketten und zahlreiche spezialisierte Leistungen. Auch die Diversifizierung von Lieferketten und die Offenheit für Innovationen wurden beim Tag der Hamburger Industrie als wichtige Faktoren hervorgehoben.
Und wie handlungsfähig ist das eigene Unternehmen im Ernstfall?
Neben den wirtschaftlichen Chancen stand ein zweiter Aspekt im Mittelpunkt: die eigene Resilienz.
Krisenvorsorge beginnt im eigenen Unternehmen. Jeder trägt ein Stück Verantwortung dafür, sich mit möglichen Krisenszenarien auseinanderzusetzen und die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Was passiert bei einem länger andauernden Stromausfall, einem Cyberangriff oder dem Ausfall zentraler Kommunikationswege? Wer entscheidet, wenn die üblichen Ansprechpartner nicht erreichbar sind? Wie werden Beschäftigte informiert? Welche Prozesse müssen zwingend weiterlaufen – und funktioniert der dafür vorgesehene Notfallplan tatsächlich?
Informationen zur Krisenfallübung „Red Storm Business“: www.handelskammer-hamburg.de/international-aussenwirtschaft/red-storm-business
Die neue sicherheitspolitische Realität hat für unsere Unternehmen damit zwei Seiten: Sie eröffnet neue Märkte und Auftragschancen – und sie verlangt zugleich, die eigene Handlungsfähigkeit auch für den Krisenfall sicherzustellen.




