Neuordnung der Bauwirtschaftsberufe kommt im August

Gastbeitrag von Janina Meins, Leiterin des Ausbildungszentrums Ahrensbök

Zum 1. August 2026 tritt die neue Ausbildungsordnung in der Bauwirtschaft in Kraft – die umfassendste Modernisierung seit dem Jahr 1999. Die Umstellung betrifft also nur die Azubis, die nach dem 1. August neu in ein Ausbildungsverhältnis eintreten. Für den Eintritt in das zweite Lehrjahr gibt es eine Sonderregelung: diese Azubis treten einmalig in die alte Ausbildungsordnung ein, werden also mit dem bestehenden 2 Lehrjahr weiter unterrichtetet.

Insgesamt wurden 19 Berufe aus den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Ausbau neu strukturiert, um den gestiegenen Anforderungen der Branche gerecht zu werden. Zentrale Neuerung ist die Ablösung der bisherigen Stufenausbildung durch ein flexibleres Anrechnungsmodell. Zweijährige Ausbildungsberufe bleiben weiterhin anschlussfähig an dreijährige Qualifikationen. Zudem wird für die dreijährigen Berufe die gestreckte Abschlussprüfung eingeführt, die den Prüfungsprozess praxisnäher gestaltet und die Zwischenprüfung als Bestandteil des Abschlusses aufwertet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Neugestaltung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU). Künftig sind alle Lehrgänge modular aufgebaut und dauern jeweils eine Woche – werden aber weiterhin in mehrwöchigen Blöcken kombiniert im Ausbildungszentrum durchgeführt. Die Ausbildungsinhalte werden stärker strukturiert und zwischen gemeinsamen sowie berufsspezifischen Anteilen differenziert. Im dritten Ausbildungsjahr stehen die berufsspezifischen Inhalte im Mittelpunkt.

Zur Umsetzung der neuen Ausbildungsordnung werden derzeit umfangreich neue Unterweisungspläne entwickelt. Insgesamt sind über 400 Pläne vorgesehen, die schrittweise bis 2027 fertiggestellt werden.

Mit der Neuordnung setzt die Bauwirtschaft ein starkes Zeichen für eine zukunftsfähige, moderne und praxisorientierte Ausbildung. Gleichzeitig stellt die Umsetzung hohe Anforderungen an alle Beteiligten, bietet aber große Chancen für Qualität und Attraktivität der beruflichen Bildung.

Für Fragen dazu steht Ihnen das Ausbildungszentrum in Ahrensbök gern zur Verfügung: Martina Tams, tams@biv-hh-sh.de, 04525 – 61899-14.

Zu den Umsetzungshilfen des Bundesinstituts für Berufsbildung

(Foto: Ausbildungszentrum Ahrensbök)