Netzwerk „Planen, Bauen, Wohnen“: Arbeitsgruppe zur Planungsbeschleunigung gestartet

Mit dem Auftakttreffen in der Investitionsbank Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgruppe „Instrumente zur beschleunigten Planung von Wohnraum“ als Teil des Netzwerks „Planen, Bauen und Wohnen“ in die inhaltliche Arbeitsphase gestartet. Kommunen, Wohnungswirtschaft, Planer, Baupraxis, Energie- und Sozialbereich sitzen dabei bewusst gemeinsam am Tisch – alle relevanten Akteure entlang der Wertschöpfungskette sind eingebunden.

Klare Erwartung: weniger reden, mehr möglich machen

Für die Zusammenarbeit wurde ein pragmatischer Rahmen vereinbart: offener Austausch, keine Positionszuweisungen, keine Grundsatzdebatten. Ziel ist nicht ein weiteres Papier, sondern konkrete Verbesserungen bei Verfahren und Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Planungs- und Genehmigungsprozesse deutlich beschleunigt werden können. Aufwand und Dauer für Planung, Genehmigung und Bau sollen auf das notwendige Maß reduziert, Abläufe gestrafft und reale Hemmnisse identifiziert werden.

Erfahrungen aus Hamburg einbringen

Der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein bringt seine Erfahrungen aus der „Initiative kostenreduziertes Bauen“ in Hamburg ein. Viele Lösungsansätze liegen bereits auf dem Tisch – entscheidend ist jetzt, sie auf Übertragbarkeit zu prüfen und konsequent anzuwenden.

Zum Einstieg hat sich die Arbeitsgruppe mit den vorgesehenen Änderungen im Baugesetzbuch („Bau-Turbo“) befasst. Dabei handelt es sich um befristete Regelungen, die zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen sollen, um Planungs- und Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Der „Bau-Turbo“ ist damit weniger ein vollständiger Systemwechsel als vielmehr ein Instrumentenkasten für die beteiligten Akteure, die schneller bauen wollen. Er schafft neue rechtliche Optionen, ersetzt jedoch nicht die lokalen Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse in den Kommunen. Ob daraus tatsächlich mehr Tempo entsteht, hängt maßgeblich von der praktischen Nutzung vor Ort ab.

Hauptgeschäftsführerin Manja Biel: „Mit der Arbeitsgruppe ist der Rahmen geschaffen, um Hemmnisse in den Planungs- und Genehmigungsprozesse gemeinsam anzugehen – nun gilt es, diese Chance zu nutzen.“