Thema „Neue Köhlbrandquerung“ im Fachausschuss Ingenieurbau
Beim Fachausschuss Ingenieurbau Hamburg am 31. August im Hafen-Klub stand eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben Norddeutschlands im Mittelpunkt: Axel Dette, Teilprojektleiter von der städtischen ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH, berichtete vom Stand der Planung, den Herausforderungen und Perspektiven der neuen Köhlbrandquerung.
Die Köhlbrandbrücke aus dem Jahr 1974 ist die wichtigste Straßenverbindung im Hamburger Hafen. Seit ihrer Verkehrsfreigabe 1974 ist sie eine der bekanntesten Brücken Deutschlands und ein Wahrzeichen der Freien und Hansestadt Hamburg. Als Teil der Bundesstraße B3 bildet sie das wichtigste Bindeglied der Haupthafenroute, die Verbindung zwischen den westlichen und östlichen Hafenteilen. Die Haupthafenroute sorgt für einen leistungsfähigen Anschluss an das übergeordnete Straßennetz.
Täglich 34.000 Fahrzeuge belasten die Brücke
Herr Dette erläuterte, warum ein Neubau unausweichlich ist: Die gestiegene Verkehrslast setzt der Brücke zu. Aktuell überqueren rund 34.000 Fahrzeuge an einem Werktag die Brücke – darunter über 10.000 Lkw. Seit Mai dieses Jahres ist die Köhlbrandbrücke aufgrund der hohen Beanspruchung für genehmigungspflichtige Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt.
Geschätzter Kostenrahmen zwischen 4,4 und 5,3 Milliarden Euro
Im Rahmen einer Alternativen-Untersuchung wurden neben Tunnelvarianten auch eine Brücke mit einer lichten Durchfahrtshöhe von +73,5 m Normalhöhennull untersucht. Auf Basis dieser Alternativen-Untersuchung haben Senat und Bürgerschaft im Juni 2024 entschieden, dass der Ersatzneubau der Köhlbrandbrücke als Brückenplanung weitergeführt werden soll. Zum Projekt gehören neben dem Ersatzneubau auch der Rückbau der heutigen Köhlbrandbrücke sowie die östlichen und westlichen Anschlussbereiche in Neuhof bzw. in Waltershof. Der vom Senat geschätzte Kostenrahmen liegt bei 4,4 bis 5,3 Milliarden Euro.
Fertigstellung Ende der 30er Jahre
Axel Dette stellte die Planungsabschnitte mit Knoten West, Strombrücke und Rampen sowie Knoten Ost vor. Dann erklärte er den Prozess der Linienfindung und den wettbewerblichen Dialog nach § 17 der Sektorenverordnung für die Planung – mit Zuschlag im November letzten Jahres – und informierte über den aktuellen Planungsstand: Die Planung soll bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Geplanter Baustart: im Jahr 2032. Fertiggestellt werden soll die Brücke dann bis Ende der 30er Jahre.
Zum NDR-Beitrag von Juni über den Entwurf der neuen Köhlbrandbrücke




