Wohnungsbau: Neuer „Hamburg-Standard“ soll Kosten senken
Einsparungen bis zu 2.000 Euro brutto pro Quadratmeter Wohnfläche – dies ist laut der Hamburger „Initiative kostenreduziertes Bauen“ beim Wohnungsneubau möglich. Initiiert von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen hatten 230 Akteure aus allen Bereichen der Prozesskette beim Wohnungsbau in 13 Arbeitsgruppen seit April mögliche Kostensenkungsmaßnahmen identifiziert. Mit dabei: der Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein. Jetzt wurden die Ergebnisse in der Patriotischen Gesellschaft präsentiert. Über den neuen „Hamburg-Standard“ gelingt es erstmals in dieser Breite, zentrale Kostentreiber systematisch zu identifizieren und rechtssichere, praxistaugliche Alternativen sowie neue Prozess- und Verfahrensansätze zu entwickeln. Weitere Informationen unter www.bezahlbarbauen.hamburg.
Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Erstmals liegt zudem ein belastbarer Katalog zur Anpassung von Standards vor. Die Ergebnisse der Hamburger „Initiative kostenreduziertes Bauen“ sind ein wirkungsvoller Beitrag zu mehr bezahlbaren Wohnungen und zugleich eine Einladung an die gesamte Branche, die Grundlage einer neuen Planungs- und Baukultur zu schaffen.“
Prof. Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V. (ARGE): „Der besondere Wert dieses Prozesses der „Initiative kostenreduziertes Bauen“ liegt in seinem konsensualen Verfahren. Nur wenn alle mitmachen, kann es gelingen, den Teufelskreis zu durchbrechen. Zusammen mit dem „Regelstandard Erleichtertes Bauen“ aus Schleswig-Holstein wurde in Norddeutschland damit eine Blaupause erzeugt, die über die Republik ausgerollt werden kann. Bezahlbares Bauen – und damit auch Soziales Wohnen – kann wieder möglich gemacht werden.“
Manja Biel, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein: „Die Bauindustrie unterstützt den „Hamburg-Standard“ ohne Wenn und Aber – auch, weil wir selbst daran mitgearbeitet haben. Es war notwendig und genau der richtige Schritt, gemeinsam mit vielen Akteuren pragmatisch die vielen kleinen Hebel zu identifizieren, die in der Summe künftig ein deutlich günstigeres Bauen ermöglichen. Trotzdem wird weder Qualität noch Nachhaltigkeit oder soziale Verantwortung vernachlässigt. Jetzt sollte der „Hamburg-Standard“ möglichst konsequent und zügig umgesetzt werden, egal, wie die Bürgerschaftswahl ausgeht. Unsere Bauunternehmen stehen bereit und unterstützen ausdrücklich eine neue Baukultur, die Kooperation und Flexibilität zum Grundprinzip macht – damit wieder mehr Wohnungen entstehen.“