Temperaturabgesenkter Asphalt: Sonderthema der NordBau 2025
Vom 10. bis 14. September 2025 findet in Neumünster die NordBau 2025, Nordeuropas größte Baumesse, statt. Ein zentrales Sonderthema wird in diesem Jahr der „Temperaturabgesenkte Asphalt“ (TA) sein. Hintergrund sind die verschärften Arbeitsschutzrichtlinien, auf die sich sowohl die Bauindustrie als auch die Auftraggeber zeitnah einstellen müssen. In Halle 6 haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die neuen Anforderungen im Straßenbau zu informieren. Experten geben Einblicke in die technischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Vorschriften, und auch Unternehmen unseres Verbandes werden mit Fachwissen und praxisnahen Lösungen vertreten sein.
Als Mitglied der Fördergemeinschaft der Vereinigung Straßen- und Verkehrsingenieure (VSVI-SH) unterstützen wir aktiv die fachliche Fortbildung von Straßenbau- und Verkehrsingenieuren in Schleswig-Holstein und begleiten diesen wichtigen Wissensaustausch. So gab Stephan Hedt einen Überblick über den Stand der Technik auf dem Fortbildungsseminar „Kommunaler Straßenbau“ der Vereinigung. Der Niederlassungsleiter Hamburg der Eurovia Bau GmbH engagiert sich unter anderem als Vorstandsmitglied in der Bundesfachabteilung Straßenbau des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie.
Gemäß des Schlussentwurfs der Straßenbau-Regelwerke ZTV Asphalt-StB & TL Asphalt-StB müssen laut Hedt die Temperaturen beim Einbau von Walzasphalt zwischen 20 und 35 Grad gesenkt werden, da die Arbeitsplatz-Grenzwerte für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen bis spätestens 31.12.2026 eine Reduzierung auf 1,5 Mikrogramm pro Kubikmeter vorsehen.
„Die Einbautemperaturen lassen sich durch die Zugabe von Additiven wie Wachse, Schaumbitumen, Zeolithe, Oberflächenaktive Additive oder Sonderlösungen senken“, stellte Hedt mögliche Verfahren zur Einhaltung des Grenzwertes vor. In Abhängigkeit der jeweiligen Randbedingungen bei Mischtgutherstellung und Einbau werden voraussichtlich verschiedene Verfahren zum Einsatz kommen müssen. „Bisherige Pilotprojekte mit temperaturabgesenktem Asphalt sind in Bezug auf die Qualität in der Regel unproblematisch.“ Zudem gebe es in anderen Ländern seit Jahrzehnten Erfahrungen zur Temperaturabsenkung.
Aktuell variiert der Erfahrungshorizont unter Einbauern und Auftragnehmern stark. Daher ist es entscheidend, dass wir uns innerhalb der Branche rasch erfahrungsbasiert auf die neuen Standards vorbereiten. Ein intensiver Austausch mit den Mischwerken, Auftraggebern und Fachleuten werde nach Empfehlung von Stephan Hedt helfen, praktikable Lösungen frühzeitig zu etablieren. Die NordBau 2025 bietet dafür eine optimale Plattform. Denn: „Der TA kommt, spätestens in 2026. Ab dem Zeitpunkt ist er Regelbauweise“, so Hedt.
Mitgliedsunternehmen, die eine Präsenz oder einen Beitrag in der Halle 6 auf der NordBau 2025 planen oder sich zum Thema über den Bauindustrieverband vor Ort einbringen möchten, mögen sich bitte baldmöglichst bei Richard Lemloh melden: richard.lemloh@biv-hh-sv.de, 040-468656-12.