Hamburger „Bündnis für den Tiefbau“: Auftakt und Parlamentarisches Frühstück der HBAW
Auftakt des Hamburger „Bündnisses für den Tiefbau“: Am 19. Juni kamen über 100 Menschen von rund mehr als 50 Stakeholdern der Tiefbau-Prozesskette in der Patriotischen Gesellschaft zusammen, um künftig „schneller zu bauen, weniger zu stören und mehr zu bewegen“ – dies ist die Zielrichtung der vom Senat im September letzten Jahres verabschiedeten Strategie „Zukunft Tiefbau“. Viele Mitgliedsunternehmen unseres Verbandes haben ebenfalls aktiv teilgenommen, um die Perspektive der ausführenden Bauwirtschaft in das Bündnis einzubringen.


(Fotos: BVM / Johannes Arlt)
Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende, hat in seiner Eingangsrede nicht weniger als eine Systemveränderung für die kommenden Jahre in der Stadt eingefordert, um das große Bauprogramm der Metropole stemmen zu können. Es soll mehr abgestimmte Gesamtvorhaben geben, um beispielsweise eine Straße nicht mehrfach innerhalb einer kurzen Zeit aufzugraben. Nur gemeinsam würden alle Beteiligten für eine größere Akzeptanz der Baumaßnahmen sorgen. Dafür brauche es ein lösungsorientiertes Arbeiten, das Entwickeln eines Verständnisses voneinander und Vertrauen in die Kompetenz der Partner vor Ort.
Als Schmerzpunkte der Stakeholder wurden laut dem Senator von seiner Behörde u.a. identifiziert:
* Koordination & Abstimmung
* Langwierige Prozesse & Bürokratie
* Planung & Terminmanagement
* Ressourcen & Kapazitätsmangel
* Verkehr & Auswirkungen auf die Stadt
* Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
* Politische Rahmenbedingungen & Priorisierung
Amtsleiterin Kirsten Pfaue betonte, dass der gesamte Tiefbau besser werden könne – indem die Prozesse beschleunigt und entbürokratisiert sowie die Qualität der Kommunikation erhöht würden. Die Stadt hätte eine gute Datengrundlage, aber viele lose Enden, die miteinander verknüpft werden müssten. Beispielsweise seien Genehmigungsprozesse zu kompliziert. Es sei eine „Quadratur des Kreises“, schneller zu bauen und dabei weniger zu stören – aber nur so ließen sich die Herausforderungen der Stadt bewältigen. Baustelleninformationen müssten künftig viel besser und digitaler kommuniziert werden. Das Bündnis sei die Chance, alle Akteure an einen Tisch zu bringen, um Lösungen gemeinsam zu erarbeiten.
Dies ging beim Auftakt los mit dem Arbeiten an Marktständen, beispielsweise zum Thema „Bauabläufe optimieren“. In Austauschformaten und Arbeitsgruppen sollen die oben genannten Schmerzpunkte in den nächsten Monaten und Jahren genauer betrachtet und dafür gemeinsam Lösungen gefunden werden.
Das neu ins Leben gerufene „Bündnis für den Tiefbau“ war auch Thema des Parlamentarischen Frühstücks der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft (HBAW) am 24. Juni im Café Paris: Hier kam es unter der Leitung des Vorsitzenden Michael Seitz zu einem sehr zugewandten und lebendigen Austausch zwischen bauausführenden Unternehmen, Verbänden, der Verkehrsbehörde und Bürgerschaftsabgeordneten der verschiedenen Fraktionen.


Amtsleiterin Kirsten Pfaue sagte nach der Vorstellung des ins Leben gerufene „Bündnis für den Tiefbau“ zu den Unternehmen: „Treiben Sie uns“. Vertreter von unseren Mitgliedsunternehmen wiesen darauf hin, dass es bisher wenig Anreize gebe, im positiven Sinne von vertraglich Vereinbarten abzuweichen, wenn der Preis die Ultima ratio sei. Außerdem wurde adressiert, dass das frühzeitige Einbeziehen von Bauunternehmen vor einer Vergabe und auch größere Baufelder die Ziele des Bündnisses für den Tiefbau befördern würden.



